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Kolping-Karneval-Club (KKC) Hollage

Karneval wird seit 1947 in der Kolpingsfamilie Hollage groß geschrieben.

Der Kolping-Karneval-Club (KKC) Hollage veranstaltet aktuell je Session drei eigene große Karnevalssitzungen: den Kinderkarneval, die Nachmittagsgala (ehem. Seniorenkarneval) und das Kostümfest.

Aber auch außerhalb der Karnevalssession sind die Mitglieder des KKC aktiv.

Bis 1978 hieß der Kolping-Karneval-Club übrigens KKV, also Kolping-Karneval-Verein. Nach der Androhung rechtlicher Konsequenzen durch den KKV Osning Osnabrück, dem Verband Katholisch Kaufmännischer Vereine, wurde der Name in KKC geändert.

Kolping-Karneval – das hat Geschichte

Alles Gute und Erfolgreiche hat seine Geschichte mit manchmal bescheidenen Anfängen. So war es auch beim Hollager Kolping-Karneval, der keineswegs seit dem Gründerjahr 1946 organisiert und weithin bekannt als Galasitzung begangen wurde. In den Nachkriegsjahren war alles sehr viel bescheidener und einfacher. Aber: Hollager Kolpinger verstanden es auch in schweren Zeiten, für einige Stunden die Alltagssorgen zu vergessen und fröhlich zu sein. Die Gesellen trafen sich mit ihren Frauen und Verlobten im Saal des Vereinswirtes Strößner zum Kappenfest. Bei der Vorbereitung und am Festabend selbst spielte Josef Reichert sen. eine wichtige Rolle. Ein Karnevalsprinz wurde im Laufe des Abends von allen Festgästen gewählt. Hubert Otte, der später auch als Bürgermeister in die Bütt ging, erinnert sich an die ersten Feste: „Musik machten die Gesellen selbst, ohne Entgelt, das verstand sich. Auch der Hochstimmung hat man nicht entbehrt bis zur letzten Stunde des Abends. Diese, die letzte Tagesstunde, wurde zum großen Auftritt des gestrengen Seniors Franz Grünebaum. 23:30 Uhr, ein Händeklatschen, Aufstellung im Kreis und dann das Lied und Gute Nacht. Schließlich sollte der Kolpingbruder doch gegen 24:00 Uhr zu Hause sein können und gerüstet sein für die Arbeit am nächsten Tag.“

Die Geselligkeit begleitete die Arbeit im neu gegründeten Hollager „Gesellenverein“. Das Kappenfest entwickelte sich zum festen Bestandteil und wurde immer organisierter. In der Ahnentafel des KKC wird 1950 mit Heinz Tegeler erstmals ein Prinz namentlich erwähnt, der aber ohne Elferrat und Minister regierte. Beim Kappenfest 1950 saß ein Jugendlicher namens Alois Menkhaus im Saal, der inzwischen alt genug war, um am Abend ein Fest zu besuchen. Ihm hat das karnevalistische Treiben der Erwachsenen so zugesagt, dass er hiervon nicht mehr lassen konnte. 1954 leitete er erstmals das Fest, 1957 regierte er bereits als Alois I. Unter seiner Präsidentschaft bildete sich dann auch ein Elferrat, die Prinzen erhielten zur tatkräftigen Unterstützung Minister. Aber: der Gesellenverein hatte eine reine Männerherrschaft, das Teilen der närrischen Gewalt mit einer Lieblichkeit war noch in weiter Ferne. Erst 1963 gab es mit Hubert und Ursula Langemeyer ein Prinzenpaar.

Kolping-Karneval, das war bis 1969 ein Fest, bei dem der Saal des Vereinwirtes bebte. Der alte Josef Strößner – Gott habe ihn selig – sah mit einem lachenden und einem weinenden Auge, wie sich alljährlich der Saal für eine Nacht – der Schluß um 23:30 Uhr war inzwischen Geschichte – bis zum Bersten füllte. Da half nur noch eins: Die Decke musste verstärkt werden. Denn Alois Menkhaus verstand es, mit eigenen Aktiven ein Programm zu gestalten, von dem man noch lange sprach. Stellvertretend für viele seien Franz Notthoff, Reinhold Schulte und der unvergessene Gerd-Heinz Wulftange genannt, die das Fest als „Hollager Tippelbrüder“ prägten. Mit ihren musikalischen Beiträgen nahmen sie das Hollager Leben, insbesondere aber die Hollager und in den 70er Jahren auch die Wallenhorster Gemeindepolitik aufs Korn. 1969 bereicherte erstmals Norbert Witte von der Kolpingfamilie Sutthausen unser Programm. Bis dahin waren nur Hollager Eigengewächse in der Bütt. Auswärtige Büttenredner gehören seither zu unserem Programm, viele von ihnen haben eine sehr persönliche Beziehung zum Hollager Kolping-Karneval gefunden, wie Friedel Koch und Andreas Wollschläger (Heini aus dem Münsterland). Eine wichtige Zäsur in der Karnevalsgeschichte war das Jahr 1970 mit dem Wechsel in den Saal Barlag. Dort war der Zuspruch so groß, dass bereits 1971 zwei Galasitzungen gefeiert wurden. Unser Ziel war es, Karneval für alle Generationen zu feiern. 1972 luden wir unterstützt von Bürgermeister Franz Grammann die Bewohner des Altenheimes zu einem unvergesslichen Nachmittag mit Kaffee, Kuchen, einem Gläschen Wein und Beiträgen aus unserem Programm in das Pfarrheim ein. 1973 begrüßte das Prinzenpaar Gerd-Heinz und Adelheid Wulftange bereits die älteren Mitbürger im gefüllten Barlagschen Saal, der Seniorenkarneval war geboren. Es folgte einige Jahre später der Kinderkarneval traditionell am Sonntag vor Rosenmontag.

Dies alles bewerkstelligt eine Truppe von Aktiven, die als KKC bekannt ist. Der KKC stellt nicht nur den Prinzen, die Minister und den Elferrat. Er bereitet alle Sitzungen vor, in mehreren Elferratssitzungen stimmen sich die Narren auch mental (!) ein. Der Kreis der Aktiven ist aber noch größer. Dies gilt insbesondere für die Tanzgruppen, die seit den 70er Jahren aus dem Programm nicht wegzudenken sind und die sich während des gesamten Jahres auf die Auftritte vorbereiten. Besonders stolz ist der KKC auch auf die „Schlager-Polizei“, denn Christian Böwer, Ralf Müller und Thomas Steinkamp sind ein Teil des Kolping-Karnevals, auch wenn sie im Alltag des KKC mit all seinen fröhlichen und feuchten Strapazen nicht dabei sind. In der Regentschaft des KKC ist seit einiger Zeit – so will ich es als zeitkritischer Narr formulieren - die Bereitschaft festzustellen, in alte Zeit zurückzufallen, in denen den Frauen noch keine Teilhabe an der Regierung zugestanden wurde. Prinz Guido I. ist bereits die zweite Tollität, die auf eine Lieblichkeit verzichtet und die Regierungsgeschäfte nur auf Männerschultern verteilt. Die wichtigste Persönlichkeit im KKC ist aber der Präsident, der nicht nur durch ein Sitzungsprogramm führt, sondern auch mit ein Garant dafür ist, dass der Kolping-Karneval sich als ein Gemeinschaftserlebnis der Aktiven, aber auch der vielen Gäste versteht. Dies hat Alois Menkhaus über Jahrzehnte mit Engagement und großem Erfolg praktiziert, er trägt zu Recht den Titel des Ehrenpräsidenten. Präsident Heinz Grünebaum hat sein närrisches Erbe angetreten und den KKC in das neue Jahrtausend geführt.

Franz-Joseph Hawighorst, anno 2007