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Prinzessin aus dem Jammertal übernimmt die Macht

Bürgermeister Otto Steinkamp überreicht Prinzessin Ute I. den symbolischen Rathausschlüssel.

Bürgermeister Otto Steinkamp überreicht Prinzessin Ute I. den symbolischen Rathausschlüssel.

Philipp Dammer balanciert auf dem Einrad und lässt sich von „Assistent“ Kurt Flegel die „Messer des Todes“ anreichen.

Philipp Dammer balanciert auf dem Einrad und lässt sich von „Assistent“ Kurt Flegel die „Messer des Todes“ anreichen.

Einen historischen Augenblick erlebten die Närrinnen und Narren am Sonntag (24. Februar) im Saal des Gasthauses Barlag: die erste Sitzung des Kolping-Karneval-Clubs (KKC) Hollage mit einer regierenden Prinzessin an der Spitze. Gefeiert wurde unter dem Motto „Hollywood-Glamour meets Holla Helau, hier treffen sich Stars aus Film und TV!“.

Schlüsselübergabe an Prinzessin Ute

„Ich hätte es ja nicht gedacht, auch unter dem Kommando einer Frau wird noch gelacht“, begrüßte Sitzungspräsident Ansgar Speer die Gäste. Und gelacht wurde reichlich. Etwa als Prinzessin Ute I. (Brünger) frei nach ihrem Motto Parallelen zwischen der Filmwelt und der örtlichen Prominenz zog. Ein Dschungelcamp wolle sie an der Hollager Mühle errichten. Doch „statt Maden zum Erbrechen könnten die Camper dann bei Barlag zechen“. Mit der Folge: „Neu an unserem Dschungelcamp wird dann sein: keiner will raus, aber alle wollen rein!“ Auch für einen lokalen Agentenfilm hatte sie einen passenden Vorschlag: „Ein MdL hier könnte die Rolle gut spielen, der muss schon lange wie James Bond sich fühlen. Seine letzte Wahl ging ihm verloren, und doch kam er wieder, wie neugeboren.“

Bürgermeister Otto Steinkamp erinnerte daran, wie Prinzessin Ute in ihr Amt gehoben wurde: „Ihre Wahl glich einer Revolution, erstmals kein Prinz auf Kolpings Thron. Das gab’s noch nie, welch ein Skandal, eine Prinzessin aus dem Jammertal. Wer hätte vor der Wahl gedacht, dass eine Wallenhorsterin das Rennen macht.“ Großes Gelächter im Saal. Steinkamp spontan: „Das kam gut an. Ich wiederhole es gern nochmal.“ Den symbolischen Schlüssel der Macht überreiche er „gern“ an die Prinzessin. Denn „im Ratssaal kennt sie sich ja aus, ich bin mir sicher, sie macht was draus. Selbst in der Verwaltung ist sie von Fach, Politik und Sachverstand unter einem Dach.“

Lokale Sticheleien

Schwickel und Schwager alias Maik Hörnschemeyer und Ansgar Speer arbeiteten auf der KKC-Bühne die Unterschiede zwischen den Generationen heraus. „Ihr seid früher zum Tanzabend gegangen“, erklärten sie den Gästen der Nachmittagsgala. Heute gingen die Kids in den Club. Aber damals wie heute sei es so, dass eine schöne Frau immer in Begleitung einer nicht ganz so schönen ausgehen würde, um selbst besser dazustehen. Prinzessin Ute mache das genauso. Sie habe zwei Ritter an ihrer Seite. Auch Bürgermeister Otto Steinkamp musste sich einige Sticheleien gefallen lassen. Er – bekanntermaßen Fan des 1. FC Köln – stehe halt auf zweitklassige Vereine, so Schwickel und Schwager. Darum sei er dieses Jahr auch Ehrengardist der Blau-Weißen Garde Rulle.

Keinerlei Seitenhiebe gab es dieses Mal vom Trio fatal. Thomas Torbecke, Christian und Jörg Riepe erklärten, dass sie stattdessen mal was anderes machen wollten. So sangen sie passend zur Hollager Kolpingsfamilie den Peter Alexander-Song „Wir sind eine große Familie“. Und zu „Verdammt lang her“ – im Original von Andreas Gabalier – schwelgten sie in alten Hollager Karnevalzeiten. Doch „irgendwann ist alles anders geworden, die Prinzenwahl bereitete Sorgen, denn zum ersten Mal, stand eine Frau zur Wahl.“ So erinnerten sie an „die alten Zeiten die ich nicht vermiss, weil heute einfach alles anders ist.“

„Dammer Karneval“

Mächtig Stimmung kam beim „Dammer Karneval“ auf: Philipp Dammer, Comedy-Jongleur aus Bochum („aber sonst ein ganz netter Kerl“), trieb seine Späße mit den Närrinnen und Narren während er mit Hut und Stock, Keulen oder einem auf seinem Kopf seilspringenden Ball jonglierte. Mitgebracht auf „die wackeligste Bühne der Welt“ hatte er auch seinen Lieblingstrick: den Hubschrauber. Ebenso wie sein Einrad, auf dem er in 1,80 Meter Höhe mit den „Messern des Todes“ jonglierte – eigentlich sein „letzter Trick“. Doch der Saal tobte regelrecht. Die Gäste forderten lautstark eine Zugabe.

„Männer können nur eines richtig“

Spaß hatte das Publikum auch mit Herta alias Angelika Gausmann. Sie sei mal wieder sowas von sauer auf ihren Göttergatten Ambrosius („wenn man dich sieht, weiß man, dass der liebe Gott Humor hat“) – besonders als der sich neulich ihr Hochzeitsvideo angesehen habe. Doch die Männer kamen allgemein nicht gut weg bei ihr: „Männer können nur eines richtig tun: das Falsche“. Sie berichtete auch von ihren kleinen Problemen mit dem heutigen Bekleidungsangebot. „Findest du, dass ich dick bin“, habe sie Ambrosius gefragt. „Nee, aber ich bin auch kein Statiker.“ Dabei sei sie bereits Fotomodell für ein Fitnessstudio gewesen – „für das Vorher-Foto“.

Showtänze und Kinderregenten

Aufgelockert wurde das Programm durch die fünf Kinder- und Showtanzgruppen des KKC, Funkenmariechen Maja Torbecke, die Kinderfunkenmariechen Pia Luisa Strößner und Lilith Wesselkamp. Und wie es bei der Nachmittagsgala gute Tradition ist, war auch das Kinderprinzenpaar, Stina I. (Klein) und David I. (Schnieder), mit seinen Adjutanten Tim Vogelsang und Annika Siltmann zu Gast.